Heiliger Hain

Der Heilige Hain ist ein Waldbereich für unsere Religiosität und Spiritualität.
Heilige Haine wurden im alten Griechenland, im römischen Reich, bei den Kelten und Germanen beschrieben. Sie bezeichnen Waldbereiche, die meistens den Göttern geweiht waren und in denen Zeremonien zu Ehren der Götter abgehalten wurden.
Im modernen Sinne können wir als Heiligen Hain einen Waldbereich verstehen, in dem wir mit Andacht, Achtsamkeit und Ehrfurcht einen Platz in der Natur für unseren eigenen religiösen oder spirituellen Weg finden können.

Wir haben den Heiligen Hain als einen Bereich für die großen Religionen der Welt gestaltet. Jede Religion hat hier einen eigenen Ort, der in Kontakt mit Pflanzen oder Bäumen zum Verweilen einlädt. Die Pflanze bzw. die Gestaltung in der Natur hat jeweils eine besondere Bedeutung für die Religion, deren Symbolik auch erläutert wird. Darüber hinaus finden Sie an jedem Ort auch eine kurze Beschreibung der Religion und eine Erläuterung zur eigenen Besinnung.

Islam

Der Islam ist die jüngste der drei monotheistischen Religionen. Religionsstifter ist Muhammad Ibn Abdallah. Er wurde um 570 nach Christus in der Handelsstadt Mekka im heutigen Saudi Arabien geboren. Im Alter von 40 Jahren erschien ihm in einer übersinnlichen Erfahrung der Erzengel Gabriel und eröffnete ihm seine Botschaft, in dem er ihn beauftragte, als Prophet in dieser Welt zu wirken.

Gabriel diktierte Mohammad über einen Zeitraum von 10 Jahren die göttliche Offenbarung. Diese Verse, “Suren” wurden im Koran, dem Heiligen Buch des Islam aufgeschrieben. Die islamische Zeitrechnung beginnt 622 n. Chr., es ist das Jahr der Auswanderung des Propheten nach Medina.

Durch anfängliche Religionskämpfe wurde Mekka zum religiösen Mittelpunkt des Islam. 630 errichtet Muhammad hier die erste Moschee. Bis heute ist die al-Haram-Moschee in Mekka das wichtigste und größte Heiligtum des Islams. Der Islam zählt heute ca. 1,3 Milliarden Gläubige.

Die Lehre:
Die Lehre des Islam (”aslim” – Sei ergeben!, “Musilmün” – der Gotter-gebene) ist im Koran aufgeschrieben. Die Sunna, die beispielhafte Lebensweise des Propheten, ist in Form von Hadithen (schriftlichen Berichten) überliefert.

Herzstück des islamischen Glaubens sind die 5 Säulen des Islams:

  1. Glaubensbekenntnis
    Glaube an einen Gott – “Allah”, er ist einzig, allmächtig allwissend. Er hat Himmel und Erde und jede Existenz erschaffen. Mohammed ist sein Prophet.
  2. Das Gebet
    Der gläubige Moslem betet fünf Mal am Tag zu Allah: vor Sonnenaufgang, nach Sonnenaufgang, mittags, vor Sonnenuntergang und nach Sonnenuntergang.
  3. Fastenmonat (Ramadan)
  4. Spenden
  5. Pilgerfahrt nach Mekka (einmal im Leben)

Offene Spiritualität

Offene Spiritualität bezeichnet die spirituelle Orientierung vieler Menschen, die sich zwar nicht einem bestimmten Glauben, einer bestimmten Religion oder einem bestimmten spirituellen Weg verpflichtet fühlen, für die jedoch Spiritualität in ihrem Leben grundsätzlich eine große Bedeutung hat. Hierzu zählen Bezeichnungen wie Transkonfessionelle Spiritualität, Integrale Spiritualität, Spirituelles Bewusstsein, Evolutionäre Spiritualität.

Charakteristisch für offene Spiritualität sind die individuelle spirituelle Suche, das Infragestellen jeglicher Konzepte und Vorstellungen und die Integration von Spiritualität in das tägliche Leben. Offene Spiritualität bezieht sich auf das konzeptionell nicht Erfassbare, das die gesamte Existenz durchdringt. Es wird bezeichnet als das Unbekannte, das Mysterium, das Größere, das Transzendente, der grundlose Grund, das Absolute usw.


Wege:
Menschen mit offener Spiritualität nutzen Methoden und Wege verschiedenster religiöser oder spiritueller Richtungen für eine Zeit, ohne mit ihnen identifiziert zu sein, ergänzen oder verändern sie, um mehr innere Tiefe und Weite zu erlangen, und betrachten ihre eigene Entwicklung als prinzipiell offen. Oder sie erforschen ohne konventionelle Methodik direkt oder mit neuen Methoden ihr eigenes Bewusstsein, das sie weiter entfalten.

Menschen mit offener Spiritualität versuchen ein spirituelles Leben zu führen und einen spirituellen Bezug in ihrem Tun und ihrer Beziehung zu anderen Menschen zu erhalten. Durch ihre kultur- und religionsungebundene Grundhaltung sind sie offen für spirituelle Gemeinschaftserfahrungen, die nicht durch die Glaubensgemeinschaften geprägt sind.

Im Sinne kollektiver Spiritualität erfahren sie Verbundenheit mit anderen Menschen und Teilhabe am lebendigen Kosmos.

Christentum

Das Christentum hat seine Wurzeln im Judentum und geht zurück auf Jesus von Nazareth.

Jesus wurde im Jahre 6 vor unserer Zeitrechnung geboren. Er wirkte als jüdischer Rabbi „Wanderprediger” in Galiläa und Judäa (heute Israel) und heilte viele Menschen. Im Zentrum seines Wirkens steht die Liebe Gottes zu den Menschen, die Sorge und Verantwortung der Menschen für die Armen und Ausgegrenzten.

In Jesus erfüllt sich die Verheißung des Alten Testaments der Bibel: Gott offenbart sich im Menschen Jesus Christus, um die Welt zu erlösen, zu retten, zu befreien.

Durch den Tod Jesu am Kreuz und seiner Auferstehung wird er für die gläubigen Christen zum Messias, zum Christus, dem Gesalbten. Das Christentum prägte die Geschichte bis in die heutige Zeit, in Bildung, Kultur, Kunst und Leben der Menschen (Menschenwürde).

Die Lehre:
Das Christentum zählt zu den drei monotheistischen Religionen – Glaube an einen Gott, der die Liebe ist.

Die Heilige Schrift der Christen ist die Bibel. Sie ist eine Sammlung aus 77 Schriften, die über einen Zeitraum von ca. 1000 Jahren in hebräischer und griechischer Sprache verfasst wurde.

Im Zentrum des Glaubens steht:
Gott, als Schöpfer von Himmel und Erde,
Gott, der sich im Menschen (Jesus Christus) offenbart –
Gott, der lebt und wirkt in Zeit und Ewigkeit als
Gott – Vater, Sohn, Heiliger Geist.

Wesentliche Inhalte der christlichen Lehre sind:
die Liebe zu Gott und zum Nächsten und zu sich selbst (Liebesgebot Jesu)
der Glaube an Gott, der den Menschen durch das Leid hindurch trägt
die Auferstehung der Toten hin zum ewigen Leben bei Gott.

Buddhismus

Der Buddhismus ist eine Lehrtradition und Religion mit weltweit zwischen 350 und 500 Millionen Anhängern. Er wird zu den Weltreligionen gezählt, und insbesondere im Westen wird der Buddhismus auch als Weisheitslehre und Philosophie betrachtet. Der Buddhismus geht zurück auf seinen Begründer, der unter den Namen Siddharta Gautama oder Buddha Shakyamuni bekannt wurde.

Buddha sah sich weder als Gott noch als Überbringer der Lehre Gottes. Er stellte klar, dass er die Lehre, Dhamma (Pali) bzw. Dharma (Sanskrit), nicht aufgrund göttlicher Offenbarung erhalten, sondern vielmehr durch eigene meditative Kontemplation ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge gewonnen hat.

Glaube und Lehre:
Im Buddhismus wird das Leben als Kreislauf von Geburt, Tod und Wiedergeburt (Reinkarnation) verstanden. Die Kette von Ursache und Wirkung (Karma) kann überwunden werden durch die Erkenntnis und Transformation des Leides, die Einsicht in die vier edlen Weisheiten.

Der achtfache Pfad beschreibt die Wege der Tugendhaftigkeit, Sammlung und Weisheit mit dem Ziel der Erleuchtung bzw. Befreiung als Verlöschen allen Leides.

Hinduismus

Die Wurzeln des Hinduismus reichen mehr als 4000 Jahre zurück. Nach Christentum und Islam ist diese Religionsgemeinschaft die drittgrößte mit etwa 850 Millionen Anhängern.

Hindus nennen ihre Religion auch „Sanatana Dharma”, die „ewige Religion”. Hindus glauben an Brahman, eine „göttliche Kraft”, die alles beseelt und lebendig macht.

Viele Hindus verehren Vishnu, den Gott der Güte. Ab und zu kommt er als Tier oder Mensch auf die Erde, um Unheil abzuwenden.

Eine andere Hauptgottheit ist Shiva. Dieser Gott wird „der Zerstörer” genannt, er zerstört das Alte, damit Neues auf der Welt entstehen kann. Seine ganze Kraft bekommt er von Shakti, der Göttin der Ur-Energie. Weil Hindus an viele Götter glauben, spricht man von Polytheismus.

Glaube und Lehre:
Der Hinduismus kennt keine gemeinsame Gründerperson. Kern der Lehre ist die Überzeugung, dass das höchste göttliche Selbst (Brahman) in jedem Einzelnen (Atman) durch Meditation zu finden ist.

Es gibt mehrere heilige Bücher. Sie enthalten Geschichten, feierliche Gedichte und Gebete. Die ältesten der heiligen Schriften sind die Veden. Das bedeutet „Wissen”.

Es gibt eine Vielzahl von Göttern, die in Tempeln figürlich dargestellt und angebetet werden. Eine sehr häufige Darstellung ist der Trimurti, dreigesichtiger Gott, der Brahman, der Schöpfer, Vishnu, der Erhalter und Bewahrer sowie Shiva, der Zerstörer und Erneuerer, in einer
Figur darstellt.

Judentum

Das Judentum blickt auf eine etwa 4000 Jahre alte Geschichte zurück. Die Anfänge gehen zurück auf die Urväter Abraham, Isaak und Jakob. Sie zogen als Nomaden durch das heutige Gebiet des Irak/Iran und Ägypten auf der Suche nach Weideland. Abraham, dem Stammvater, offenbart sich Gott als der Einzige, als „El Shaddai“.

Im 12./13. Jahrhundert v. Chr. befreit sich das Volk aus der Sklaverei in Ägypten und macht sich auf den Weg, unter der Führung Gottes – mit Mose – in das Gelobte Land, das Land der Verheißung. Salomon errichtet in Jerusalem den ersten Tempel, in dem die Bundeslade, mit den Gesetzestafeln des Mose, – die 10 Gebote vom Sinai – und die Menorah, der siebenarmige Leuchter aufbewahrt wurde. 587 v. Chr. wird der Tempel zerstört, das Volk lebt in babylonischer Gefangenschaft. Der zweite „Herodianische Tempel” in Jerusalem wurde 70 n. Chr. von den Römern zerstört. Bis heute ist die Klagemauer in Jerusalem Gebetsstätte und Zeuge dieser Geschichte.

Dem Judentum gehören heute etwa 14 Millionen Menschen an.

Die Lehre:
Das Judentum ist die älteste der monotheistischen Religionen. Grund­lage der Religion ist der Glaube an den „Einzigen Gott”, den Schöpfer des Himmels und der Erde, der das Volk Israel aus der Knechtschaft befreit hat.

Die Glaubenslehre findet sich in der Tora, den 5 Büchern Mose. Mose erscheint Gott als der „Jahwe”, der „Ich bin da”.

Im Mittelpunkt steht die Treue Gottes zu seinem Volk – die Bundeszu­sage Gottes. Nach jüdischem Selbstverständnis gehören somit Bund und Gehorsam, Glaube und Gesetz zusammen.

Herzstück des Glaubens ist: Gott führt sein Volk durch die Wüsten des Lebens ins Gelobte Land, in die Heilige Stadt Jerusalem – die „Stadt des Friedens”.

Neben der Tora bildet der Talmud, die „mündliche Tora”, die zweite Offenbarung Gottes. Hier werden in einem sich immer wieder wandeln­den Prozess die 613 Ge- und Verbote der Tora in die entsprechenden Lebenssituationen und Lebensumstände übertragen.